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Ein islamisch programmierter Un-Menschenrechtsrat? Warum die Durban-Folgekonferenz der UN boykottiert werden muss

1990 legte die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“, verabschiedet durch die Organisation der Islamischen Konferenz, die Scharia als alleinige Grundlage von „Menschenrechten“ fest. Die dritte Antirassismus-Weltkonferenz der UN, die im September 2001 im südafrikanischen Durban stattfand, verstärkte den Trend: Aus diesen Konferenzen resultierte ein fataler Tribunal-Effekt gegen jede Demokratie, uneingeschränkte persönliche Freiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der Presse, der Künste und allgemein gegen die Menschenrechte.

By: Nasrin Amirsedghi

Published: September 02, 2008

Alle bisherigen Menschenrechtskonventionen wurden in Kairo und Durban völlig auf den Kopf gestellt und Rassismus neu definiert. Auf der Durban-Konferenz sind wir auch noch belehrt worden, dass Israel nicht nur ein Apartheidstaat, sondern sogar die Reinkarnation des Nationalsozialismus sei, obwohl auf dem Konferenzgelände Adolf Hitlers Machwerk „Mein Kampf“ verkauft wurde: Ironie des Schicksals – und ein Alptraum!

Seitdem versammeln sich vielerlei Diktatoren, Rassisten, Fundamentalisten und Fanatiker der Welt in Genf und geben tüchtig Erklärungen für die Heilung der Welt und deren Untertanen ab. Die Deklarationen folgen dem Menschenrechtsverständnis der Ratsmitglieder aus kommunistischen und islamischen Staaten, der Doktrin des islamischen Rechts und der Scharia, wonach es keine Gleichberechtigung von Männern und Frauen, kein Recht auf freie Wahl der Religion oder des Ehepartners gibt. Unglaublich, aber wahr – so wird die Menschenrechtserklärung im Namen der Menschenrechte entstellt und pervertiert.

Im Verlauf „einer diplomatischen Initiative zur Schaffung eines adäquaten UNO-Menschenrechtsrats“[1] in Genf unter Federführung der Schweizer Bundesrätin Micheline Calmy-Rey sind seit März 2003 noch mehr verwirrende und paradoxe Entwicklungen weg vom ursprünglichen Sinn der Menschenrechte in der UN-Charta von 1948 zu beobachten. Micheline Calmy-Rey beauftragte vor fünf Jahren Wissenschaftler, nach Reformmöglichkeiten für die bisherige UN-Menschenrechtskommission zu suchen. Vorgeblich in guter Absicht reformiert, scheint die Arbeit des neuen UN-Menschenrechtsrats, der die UN-Menschenrechtskommission 2006 ablöste, tatsächlich noch stärker von der „Kairoer Erklärung“ islamisch programmiert zu sein als die seines Vorgängergremiums.

Auch bei der Durban-Folgekonferenz, die im April 2009 in Genf stattfinden soll, ist zu befürchten, dass der Stand der Menschenrechte ins tiefe Mittelalter zurücksinken wird. Es ist interessant zu beobachten, daß gerade die Staaten, die das Durban-Event im Jahr 2001 veranstalteten, sich auch am 26. Juni 1945 bei der Abstimmung der allgemeinen Menschenrechtserklärung der Stimme enthalten haben. Es waren auch damals die Staaten des Ostblocks, die Sowjetunion, Saudi-Arabien und Südafrika. Und dank der „Islamischen Revolution“ im Jahr 1979 sind zu diesen Herrschaften auch noch iranische Mullahs hinzugekommen, die seit dreißig Jahren aus dem Iran ein Volksgefängnis machen und auf deren Tagesordnung Verhaftungen, Hinrichtungen, Steinigungen, Auspeitschungen, Amputationen, Prügeleien, Bevormundungen, Verhüllungen und Demütigungen stehen und die feierlich den Holocaust leugnen und Israel von der Landkarte tilgen wollen.

Im Juni 2006 hat der Menschenrechtsrat mit 47 Mitgliedern, darunter die Schweiz, die UNO-Menschenrechtskommission ersetzt. Es sollte „eine bedeutende Etappe in der Geschichte der UNO und auch ein außenpolitischer Erfolg der Schweiz“ werden.[2] Dort sollen „Menschenrechte gefördert und geschützt“ werden.[3] Der Rat soll „die Menschenrechtssituation aller Mitgliedsstaaten überprüfen und sie zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichten“. „Wenn ein Mitglied schwerer und systematischer Menschenrechtsverletzungen beschuldigt wird“, soll es „suspendiert“ werden.[4] Man fragt sich allerdings wie – wenn letztlich über die Zusammensetzung des Rates die UN-Vollversammlung mit ihrer Mehrheit aus islamischen und post-kommunistischen Staaten entscheidet.

Mit großen Worten und unter der Obhut der ignoranten Schweizer Initiatoren sitzen und dominieren nun im Menschenrechtsrat Mitgliedsstaaten wie der Iran, Libyen, China, Saudi-Arabien etc. Länder, in denen es zum größten Teil gar keine Freiheit gibt, geschweige denn demokratische Verhältnisse. Offensichtlich instrumentalisieren diese Despotenstaaten die westlichen Errungenschaften für ihre Intoleranz und Judenfeindschaft und gegen die Prinzipien von Demokratie und Freiheit.

Es ist die Aufgabe jedes Demokraten, sich dagegen zu wehren und sich für die Abschaffung des „UN-Menschenrechtsrates“ in der jetzigen Zusammensetzung einzusetzen. Außerdem müssen wir konsequent eine alternative Konferenz gegen Rassismus im Allgemeinen und insbesondere gegen Antisemitismus fordern. Es müssen alle wesentlichen ethischen Fragen und die Etablierung von Konventionen zur Regelung der Grundrechte der universalistischen Gültigkeit der Menschenrechte unterworfen werden. Dort muss der Mensch als absolut freies Wesen und nicht aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einem bestimmten Glauben oder zu einer bestimmten Staatsideologie definiert sein. Wir sollten viel aktiver daran arbeiten, uns Verbündete zu suchen und uns zu vernetzen. Denn nur auf Taten der Politikern/innen zu warten, ist meistens Energie- und Zeitverschwendung. Die Uhr tickt und die Gefahren lauern überall: Nicht nur im Nahen Osten, sondern auch im Westen mit islamischem Fundamentalismus, der sich wahnhaft gegen Freiheit und Humanität, gegen Israel und Andersgläubige richtet. Es ist unser größter Wunsch, eine UN-Einrichtung etabliert zu sehen, die sich ernsthaft mit der weltweiten Durchsetzung der Menschenrechte befasst und konsequent danach handelt.

Was zur Zeit im UN-Menschenrechtsrat von blinden Westlern unterstützt wird, bedeutet eine heimliche Identifikation mit den Aggressoren und eine zusätzliche Gefahr für die Opfer, die in solchen aggressiven Ländern täglich wegen ihrer Freiheitsbestrebungen verfolgt werden: Jugendliche, Frauen, Intellektuelle, Journalisten/innen, Künstler/innen, Homo-Paare, Minderheiten und Andersgläubige. Wir müssen uns dieser schwerwiegenden moralischen Herausforderung stellen. Es ist unsere Pflicht gegenüber den Opfern, etwas tun.

Wir fordern die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – insbesondere Deutschland – auf, die „Durban 2“-Konferenz zu boykottieren. Unterschreiben Sie unseren Aufruf, der sich in deutscher und englischer Sprache im Internet findet unter: http://boycottdurban2.wordpress.com.

Nasrin Amirsedghi ist Publizistin persischer Herkunft und lebt in Mainz. Sie hat den Aufruf „Boykottiert Durban2!“ initiiert.

Der Text wurde in Absprache mit der Autorin redaktionell bearbeitet.

 

 


[1] http://www.eda.admin.ch/etc/medialib/downloads/edazen/topics/intorg/un.Par.0007.File.tmp/rueckblick-schaffung-menschenrechtsrat.pdf

[2] http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/topics/intla/humri/humun.html

[3] e. d. (Webseite des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten)

[4] e. d.


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